Van der poel droht vor tour-debüt mit karriereende
Mathieu van der Poel steht kurz vor dem Start der Tour de France 2026 in Barcelona vor einer Zerreißprobe. Der niederländische Superstar kündigte ein mögliches frühes karriereende an und offenbarte eine komplizierte Beziehung zur Königstruppe des Radsports.
«Hassliebe» und ein letzter versuch
Van der Poel gab in einem Interview mit der „Het Nieuwsblad“ zu hören, dass 2028 sein letzter Profiejahr sein könnte. Mit 33 Jahren sei das dann ein passender Abschluss, so der 31-Jährige. Doch die Entscheidung ist alles andere als berechnend. Der Traum von olympischem Gold im Mountainbike in Tokio 2021 hatte ihn in einen brutalen Sturz gestürzt. Die Tour de France bleibt daher ein persönliches Ziel.

Paris als finale?
Die Kombination aus Straßenrennen und Mountainbike in Paris 2024 erwies sich als zu kompliziert. Nun scheint das Rennen um eine Medaille in Los Angeles sein letzter Versuch zu sein. „Ein Sommer ohne die Tour ist definitiv eine Option“, räumt Van der Poel ein, wobei er die kurze Pause zwischen Frühjahr und Spielen betont. „Ich würde mich direkt nach dem Frühjahr auf das Mountainbike konzentrieren.“

Der montmartre-traum
Besonders verlockend ist für den Klassenspezialisten die Schlussetappe über den Montmartre in Paris. Hier könnte er seinen Ehrgeiz beweisen und vielleicht sogar ein Podium erringen. Doch Van der Poel betont, dass die Tour nicht immer eine Rolle spielt: „Mich verbindet eine gewisse Hassliebe mit ihr. Ich bevorzuge Eintagesrennen, da kann ich mich ganz entfalten.“ Er akzeptiert, dass in Grand Tours Etappen gibt, bei denen er keine große Wirkung erzielen kann. Es ist ein Zwiegespräch mit sich selbst, ein Balanceakt zwischen Karriere und persönlichem Anspruch.

Pogacar dominiert weiterhin
Während Van der Poel über seinen Weg nach dem Profi-Sport grübelt, dominiert Jonas Vingegaard weiterhin die internationale Szene. Die Konkurrenz ist hart, aber Van der Poel hat bewiesen, dass er in der Lage ist, mit den Besten zu konkurrieren – und das auch mit einer gewissen „Hassliebe“ zur Tour de France.
Ein hauch von dramatik
Die Frage ist nicht, ob Van der Poel noch einmal auf ein Podium in der Tour hoffen kann, sondern vielmehr, ob er seine Karriere mit einem letzten, gewagten Wurf beenden wird. Die Antwort liegt bald in Barcelona.
