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Titel: Ralf Fährmanns Schalke-Erinnerungen: Von Ritualen bis zur Degradierung

Ralf Fährmann, der ehemalige Torhüter von FC Schalke 04, hat in seiner Biografie "Schalke und ich - eine Liebesgeschichte" viele Anekdoten aus seiner Zeit bei den Königsblauen veröffentlicht. In Ausschnitten, die von Sport Bild vorab gezeigt wurden, offenbart Fährmann unter anderem das Ritual, das er bei Auswärtsspielen gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund praktizierte: "Wenn ich in Dortmund zum Aufwärmen den Platz betrat, war meine erste Amtshandlung immer, herzhaft Richtung Südtribüne, der 'Gelben Wand', zu rotzen. Auf der 'Süd' stehen mehr als 20 000 Wahnsinnige, die uns alle den Tod wünschen. Das Rotzen war immer mein besonderer Gruß an sie."

Titel: Ralf Fährmanns Schalke-Erinnerungen: Von Ritualen bis zur Degradierung

Titel: Ralf Fährmanns Schalke-Erinnerungen: Von Ritualen bis zur Degradierung

Fährmann, der seine Karriere im Frühjahr 2026 beendet hat, erinnert sich auch an seine Anfangszeit im Profikader von Schalke, als Manuel Neuer noch die Nummer 1 war. "Er hat das Torwartspiel wirklich verändert", schwärmt der 38-Jährige von seinem ehemaligen Mitspieler und packt auch zu Neuer interessante Einblicke aus: "Es war nicht so, dass Manu nicht gerne feiern ging. Im Gegenteil: Manu war Teil der Ultras und 'zauberte' auch oft mit ihnen. Er ist später als Profi sogar manchmal statt mit dem Mannschaftsbus mit dem Zug der Ultras zurückgefahren. Oder trug ein Ultra-T-Shirt unter seinem Torwarttrikot."

Fährmanns eigene Karriere bei Schalke war von Höhen und Tiefen geprägt. Nach einer Leihe zu Eintracht Frankfurt (2009 bis 2011) avancierte er im Anschluss an Neuers Abgang zu Schalkes neuer Nummer 1. Ein Kreuzbandriss stoppte ihn im Herbst 2011 jedoch abrupt, erst Ende 2013 eroberte er sich den Stammplatz wieder zurück und behielt ihn bis Anfang 2019. Dann degradierte ihn Schalkes damaliger Trainer Domenico Tedesco.

Fährmann erinnert sich an die Nachricht, die ihn traf: "Ich spürte, dass etwas nicht stimmte, aber ich wäre nie im Leben auf das gekommen, was mich erwartete", so der ehemalige deutsche Junioren-Nationalkeeper. "Drinnen saß Domenico Tedesco entspannt auf einem Sofa. Sein Co-Trainer Peter Perchtold saß auf einem Stuhl. Tedesco fragte: 'Wie geht’s dir?' Antwort: 'Gut.' Tedesco: 'Wir werden zur Rückrunde einen Torwartwechsel vornehmen. Alex Nübel wird die neue Nummer eins.' Ab da übernahm mein Autopilot: 'Warum?' Das war alles, was ich rausbrachte."

Das Gefühl nach dem Verlust des Stammplatzes bei seinem Herzensklub, zu dem er als 14-Jähriger aus dem weit entfernten Chemnitz gewechselt war? "Ich ging zurück in mein Zimmer. Man hatte mir gerade Herz und Seele herausgerissen. Ich fühlte mich, als wäre ein Teil von mir gestorben", erklärt Fährmann, der ein paar Monate später an Norwich City und direkt im Anschluss daran an Brann Bergen verliehen wurde.

Im Sommer 2020 kehrte er nach Schalke zurück und stieg ein Jahr später als Nummer 1 ab. Aus der ersten Zweitliga-Saison hat er unter anderem eine Ansprache des damaligen Coaches Dimitrios Grammozis in Erinnerung: "Wie kann ich ihn am besten beschreiben? Nach einem 1:2 in Düsseldorf polterte er einen Tag später in der Spielanalyse: 'Ihr wollt mich fcken? Ihr wollt meinen Staff fcken? Ihr könnt eure Insta-Bräute f*cken, aber nicht mich'." Besonders befremdlich, da auf Schalke zu jener Zeit "die wohl bravste Mannschaft, in der ich gespielt hatte", beisammen war, so Fährmann. "Viele waren Familienväter. Das war ein Schock für mich."