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Sylvio kroll: vom weltmeister zum lebensbejahenden turner mit 60

Ein leben im spagat: sylvio krolls weg vom olympiasieger zum senioren-turner

Stand: 08.02.2026 | 2:18 Min. | rbb|24

Die legendäre karriere des lausitzer turners

Sylvio Kroll zählt zu den erfolgreichsten deutschen Turnern aller Zeiten. Mit 29 Jahren beendete er seine Karriere nach zwei Einzel-Weltmeistertiteln (1985 am Barren, 1987 am Sprung) und zwei Olympia-Silbermedaillen (1988 mit der Mannschaft). Doch was kommt danach? Für den heute 60-Jährigen war der Weg kein klassisches Karriereende, sondern ein Neuanfang.

  • 1985 & 1987: Weltmeister im Einzel
  • 1988: Olympia-Zweiter mit der deutschen Mannschaft
  • Heute: Koordinator am Olympiastützpunkt Frankfurt (Oder)

Kein trainer, aber ein mentor für den nachwuchs

Kein trainer, aber ein mentor für den nachwuchs

Krolls Entscheidung, kein Trainer zu werden, überrascht auf den ersten Blick. „Ich bin zu unruhig und zu fordernd“, erklärt er. Stattdessen widmet er sich heute der Nachwuchsförderung am Olympiastützpunkt. Sein Job? Verbindungen zu Ärzten knüpfen, Termine koordinieren und Karrierewege begleiten – eine Rolle, die ihm Spaß macht, ohne ihn täglich an die Grenzen zu treiben.

„Ich muss mich nicht mehr jeden Tag schinden“, sagt er mit einem Lächeln. Sein Fokus liegt nun auf Struktur statt Leistung – ein Paradigmenwechsel, der ihm Freiheit gibt.

Der turner, der mit 60 noch im spagat glänzt

Der turner, der mit 60 noch im spagat glänzt

Doch der Turner in Kroll schläft nicht. Einmal pro Woche trainiert er mit den Senioren-Turnern des TuS Frankfurt (Oder). Mit 60 Jahren ist er längst kein Novize mehr – seine Dehnübungen und Handstände wirken, als wäre er erst 40. „Man braucht kein Turner-Fan sein, um Schönheit darin zu erkennen“, schreibt man fast unwillkürlich.

Sylvio Kroll im Spagat, 1991 (imago images/Sven Simon)
Krolls Eleganz im Spagat – ein Beweis, dass Leidenschaft kein Alter kennt.

Senioren-wettbewerbe? warum nicht?

Senioren-wettbewerbe? warum nicht?

Kroll überlegt ernsthaft, an Senioren-Wettkämpfen teilzunehmen. „Ich darf jetzt am Tiefreck turnen – da gäbe es Optionen“, sagt er. Seine Träume von perfekten Übungen sind zwar nicht mehr realisierbar, doch der Geist bleibt: „Die Gedanken sind manchmal weiter als der Körper.“

Sein Respekt für aktuelle Stars wie die US-Amerikanerin Simone Biles bleibt ungebrochen. „Phänomenal!“, ruft er aus – und zeigt damit, dass sein Begeisterung für den Turnsport ungebrochen ist.

Ein leben jenseits der medaillen

Ein leben jenseits der medaillen

Krolls Geschichte ist ein Plädoyer dafür, dass der Sport kein Ende kennt – nur neue Formen annimmt. Ob als Kampfrichter, Vize-Präsident des DTB oder Koordinator, er blieb dem Turnsport verbunden. Doch jetzt, mit 60, genießt er die Freiheit, sich neuen Herausforderungen zu stellen – ohne Druck, ohne Grenzen.

Sein Rat an junge Sportler? „Hört auf euren Körper. Und traut euch, Neues auszuprobieren.“ – selbst wenn es ein Leben im Spagat mit 60 ist.

Das video: ein lebenslauf in bewegten bildern

Das video: ein lebenslauf in bewegten bildern

Sehen Sie selbst, wie Sylvio Krolls Leidenschaft für den Turnsport bis heute anhält – in diesem 2-minütigen Dokumentarfilm von rbb|24:

Fazit: sylvio krolls message

VorherJetzt
Weltklasse-Turner (Olympia-Silber, WM-Titel)Koordinator am Olympiastützpunkt – Mentor für junge Athleten
Täglicher LeistungsdruckFreiheit & Lebensfreude im Seniorenalter
„Ich muss gewinnen!“„Ich muss mich nicht mehr schinden.“

Krolls Geschichte zeigt: Sport ist kein Ende, sondern ein Neuanfang. Ob als Trainer, Funktionär oder – wie hier – als lebensbejahender Turner mit 60. Sein Motto? „Der Körper mag alt sein – die Seele bleibt jung.“