Skandal um charlotte dujardin: neue vorwürfe erschüttern reitsportwelt
Nach einem früheren Misshandlungsfall
vor knapp zwei Jahren steht die britische Dressurreiterin Charlotte Dujardin erneut in der Kritik. Ein neues Video zeigt sie beim Training in Amsterdam, das Experten aufhorchen lässt – und die Frage aufwirft, ob die Olympien 2028 gefährdet sind.
Experten kritisieren dujardins umgang mit ihrem pferd
Sechs Monate nach ihrer Rückkehr in den Reitsport ist ein weiteres Video aufgetaucht, das Charlotte Dujardin in eine Kontroverse stürzt. Das Video, veröffentlicht vom Pferde-Wohlfartsorganisation „Collectif Pour Les Chevaux“ auf Facebook, zeigt die dreifache Goldmedaillen-Gewinnerin bei der Vorbereitung auf ein Weltcup-Event in Amsterdam. Die Kritik konzentriert sich auf die Art und Weise, wie Dujardin ihr Pferd „Alive and Kicking“ vorbereitet.
Besonders umstritten ist der Einsatz der Sporen und Zügel. Experten, die der britischen Zeitung „The Times“ zitiert werden, bemängeln, dass Dujardin dem Pferd gleichzeitig nach vorne treibt und die Zügel so straff hält, dass es den Kopf nach innen hält. „Das ist so, als würde man sein Auto bitten, zu fahren und gleichzeitig zu bremsen“, erklärt Mette Uldahl, ehemalige Präsidentin des Europäischen Verbands der Pferdetierärzte. Sie warnt davor, dass der Druck auf das Pferd zu groß ist und es unter Stress steht.
Professor Paul McGreevy, Mitbegründer der Internationalen Gesellschaft für Pferdewissenschaften, stimmt Uldahls Einschätzung zu. Er betont, dass das Vorwärtsdrängen mit Sporen in Kombination mit Druck auf das Gebiss zu einem Verhaltenskonflikt führen kann. „Dieses Verhalten ist sicherlich kein gutes Vorbild“, mahnt er, „aber bei weitem nicht das schlimmste Beispiel, das ich gesehen habe.“
Quellen der „Times“ berichten zudem von Zweifeln an der aktuellen Form von „Alive and Kicking“, was die Hoffnungen auf eine erneute Podiumsplatzierung bei den Olympischen Spielen 2028 schmälert. Eva van Avermaet, Gründerin des „Collectif Pour Les Chevaux“, beobachtete Dujardins Training in Amsterdam und beschreibt sie als „noch nie zuvor so heftig beim Aufwärmen“. Sie berichtet, dass ein Steward die Reiterin angesprochen habe, doch ihr Verhalten habe sich nicht geändert. „Diese Reiter respektieren die Stewards nicht genug, um etwas zu ändern“, kritisiert Van Avermaet.
Dujardin selbst hat sich zu dem Vorfall in Amsterdam bisher nicht geäußert. Die „Times“ wandte sich an den Britischen Pferdeverband, der jedoch ebenfalls noch keine Stellungnahme abgegeben hat. Die Kontroverse wirft erneut Fragen nach der Verantwortung von Reitern und dem Wohlergehen der Tiere auf – Fragen, die in der reitsportlichen Welt wohl noch lange nachklingen werden.