Local player rule: nur fassade statt fußballer?
Die Bundesliga-Regel, die Talente aus dem eigenen Nachwuchs fördern soll, entpuppt sich immer häufiger als bloße Pflichtübung. Während die Vereine brav ihre vier Local Player melden, sitzen viele davon regelmäßig auf der Bank – oder sind gar nicht erst im Kader. Ein Teufelskreis, der dem deutschen Fußball langfristig schaden könnte.

Der traum vom profi: eine illusion?
Luca Novodomsky, 21 Jahre alt, stand im Frühjahr 2024 bei Bayer Leverkusen unter Vertrag – Teil der Meistermannschaft 2025! Ein Vertrag, der den Traum vom Fußballprofi wahr werden ließ. Doch die Realität sah anders aus. Keine einzige Minute Bundesliga-Luft, kein Einsatz im Pokalfinale. Stattdessen ein Status als Local Player, der ihm vor allem eines brachte: die Erkenntnis, dass der Profi-Vertrag manchmal nur auf dem Papier existiert.
“Man hat sich schon noch ein bisschen Hoffnungen gemacht, Profivertrag, steht ja drauf,” gesteht Novodomsky heute. Doch die Versprechungen blieben Versprechungen. Ein Fall, der sich in der Bundesliga immer öfter wiederholt. Unsere Auswertung zeigt: Während Freiburg, Gladbach und mit großem Abstand Bayern München ihre Local Player regelmäßig einsetzen, bleiben die Talente in Leipzig, Frankfurt und Leverkusen vor allem mit der Zahl im Vertrag glücklich.
Prof. Dr. Ralf Lanwehr, Autor der Studie
