Cullen zweifel: darts-star sucht ausweg aus der routine

Joe Cullen, der überraschend offen über seine fehlende Leidenschaft für den Darts spricht, steht vor einer Zerreißprobe. Der Rockstar aus England sucht nach einem Ausweg aus dem Druck, der mit dem Erfolg einhergeht.

Verzweiflung in der ersten reihe

Im Podcast „Tops and Tales“ räumte Cullen ein, dass das Pfeilewerfen seit fast zwanzig Jahren zwar die Rechnungen bezahlt, aber längst nicht mehr seine primäre Motivation ist. „Ich könnte 100 Dinge tun, die mir viel mehr Freude bereiten als das Anvisieren eines Dartpfeils“, gestand er. Die jahrelange Routine, die ihn zu einem der Top-Spieler gemacht hat, fühlt sich an wie eine unaufhörliche Schleife.

Familie fordert veränderung

Familie fordert veränderung

Die Situation ist delikat, denn seine Frau hat bereits mehrfach den Vorschlag gemacht, einfach aufzugeben. Cullen weiß um seine Privilegien und den hohen Einkommen, den ihm der Darts bringt – ein finanzieller Komfort, der ihm nicht unterschwellig bewusst ist. Ein Wechsel in eine andere Branche wäre daher theoretisch möglich, auch wenn die 314.000 Euro, die er in den letzten zwei Jahren durch Turniere gesammelt hat, ein enormer Vorteil darstellen.

Wunsch nach einem neuanfang

Wunsch nach einem neuanfang

Doch Cullen will nicht seine Karriere im Sande verlegen sehen. Er sieht sich selbst als einen, der nicht aufzugeben gewillt ist, selbst wenn die Sponsorenverpflichtungen und die potenziellen Auswirkungen auf seine Weltrangliste berücksichtigt werden müssen. „Ich will nicht derjenige sein, der einfach so aufgibt“, betonte er. Die Aussicht auf einen Rücktritt, obwohl er sich nach einem neuen Kapitel sehnt, ist derzeit noch tabu.

Ambitionen trotz zweifeln

Trotz seiner inneren Zerrissenheit bleibt Cullen ein ehrgeiziger Spieler. Er will sich von der Rolle der „Rockstar“ befreien und will wieder in die Top 31 der Welt aufsteigen. Der Welt-Grand-Prix 2024 markierte zwar das Ende einer Titel-Serie, doch Cullen ist entschlossen, diesen Rückschlag schnell wieder wettzumachen. Er will, dass seine Fans ihn nicht vergessen – und vor allem, dass er selbst keine Reue empfindet, wenn er sich für eine andere Richtung entscheidet. Die Entscheidung steht noch bevor.