Bvb hadert mit müder leistung – brandt-abschied rückt näher
Borussia Dortmund verließ Köln zwar mit einem knappen 2:1-Sieg, doch die Leistung war alles andere als überzeugend. Niko Kovac, der Trainer, ließ seiner Enttäuschung nach dem Spiel freien Lauf – und kündigte eine personelle Umstrukturierung an.
Kovac' scharfe kritik: „das war es“
Die Freude über die drei Punkte war bei Niko Kovac überschaubar. „Ich mache es relativ kurz: Außer den drei Punkten, mit denen ich zufrieden bin, kann ich nicht zufrieden sein“, kommentierte der BVB-Trainer die Vorstellung seiner Mannschaft. Besonders die erste Halbzeit, aber auch die zweite, in Überzahl, hätten nicht das gezeigt, was von einem Verein mit Ambitionen zu erwarten sei. Wie der BVB die Führung durch Serhou Guirassy (16.) und Maximilian Beier (60.) nicht verspielen konnte, sei ihm „schwierig zu erklären“, gestand er.
Die Kölner, trotz der Roten Karte für Jahmai Simpson-Pusey (45.+2), boten erbitterten Widerstand und sorgten durch den Anschlusstreffer von Jakub Kaminski (88.) für eine nervenaufreibende Schlussphase. „Ich weiß, man denkt, heute kann man mal ein bisschen weniger machen“, erklärte Kovac frustriert. „Das geht nicht.“ Die Leistung müsse nun „sicher aufgearbeitet“ werden, denn „wenn jeder irgendwo einen Meter weniger macht, dann sieht es so aus, wie es aussieht.“

Personelle konsequenzen: brandt geht
Die jüngsten Enttäuschungen – das Ausscheiden in der Champions League gegen Atalanta Bergamo (1:4) und die bittere Niederlage im Derby gegen Bayern München (2:3) – hatten die letzten Titelhoffnungen erloschen lassen. Doch es gibt auch Klarheit in der Personalplanung. Sport-Geschäftsführer Lars Ricken bestätigte den bevorstehenden Abschied von Julian Brandt. „Er wird in ein paar Wochen 30, wir können uns ein bisschen neu orientieren, insofern kann das auch für beide Seiten eine Chance sein“, so Ricken. Der Nationalspieler, der bisher 298 Pflichtspiele und 56 Tore für den BVB absolvierte, wird den Verein verlassen, nachdem sein auslaufender Vertrag nicht verlängert wurde.
Kovac nahm den Abschied gelassen: „Ich wünsche meinem lieben Jule wirklich alles Gute. Noch neun Spiele wird er mit uns zusammen hier für Schwarz-Gelb kämpfen. Und dann werden wir zusehen, dass wir ihn weiterhin verfolgen, aber nicht mehr in unseren Farben.“ Die Entscheidung signalisiert einen notwendigen Umbruch im Dortmunder Kader, während die erneute Qualifikation für die Champions League, mit acht Punkten Vorsprung auf den fünften Platz, bereits in greifbarer Nähe ist. Der BVB steht vor einer Herausforderung: Die verbleibenden neun Spiele müssen mit neuem Elan und einer klaren taktischen Ausrichtung bestritten werden, um den Platz in Europas Spitze zu sichern und den Rückschlag zu verdauen.
