Handball-legende deckarm: tragischer unfall von 1979 – ein leben im schatten
1979 prägte ein Schicksal den deutschen Handball für immer: Joachim Deckarm, Weltmeister mit der BRD, erlitt bei einem Europapokalspiel einen schweren Kopfschock, der sein Leben für immer verändern sollte.

Ein moment der entscheidung
Am 30. März 1979, in einem Halbfinalspiel des Europapokal der Pokalsieger gegen den ungarischen Klub Banyasz Tatabanya, kam es zur dramatischen Kollision mit dem ungarischen Spieler Lajos Panovics. Der Zusammenstoß führte zu einem schweren Schädel-Hirn-Trauma, das Deckarm ins Koma stürzte.
Die Diagnose war erschütternd: ein doppelter Schädelbasisbruch und Hirnquetschungen. Über sechs Monate lag der damals 24-Jährige im Koma. Ein langer Kampf um das Leben begann.
Deckarm verbrachte den Rest seines Lebens im Rollstuhl, kämpfte mühsam um die Wiedererlangung der Sprache und den Wunsch, wieder zu laufen, blieb bestehen. "Das ist immer noch ein Ziel", sagte er in einem Interview mit der Rheinischen Post.
Panovics, der den Unfall verursachte, wurde von dem Vorfall ebenfalls nie erholt. "Eine unfassbare Tragödie, die uns verbindet", so die Worte des Ungarn nach einem Treffen mit Deckarm im Jahr 2014.
Die Unterstützung seiner Mannschaft in dieser schweren Zeit war für Deckarm von unschätzbarem Wert. "Es ist ein großes Gefühl, zu einer Mannschaft zu gehören", betonte er.
Sein langjähriger Teamkollege Heiner Brand beschreibt Deckarms Lebensfreude als ein Beispiel für alle Menschen in ähnlichen Situationen. "Die Art und Weise, wie Jo sein schweres Schicksal meistert, ist toll. Er versprüht eine Lebensfreude, mit der er ein perfektes Vorbild nicht nur für Sportler, sondern für alle Menschen in vergleichbarer Situation darstellt", so Brand.
Joachim Deckarm starb 2014 im Alter von 54 Jahren. Sein Leben ist eine Mahnung, aber auch ein Zeugnis für den unbändigen Willen zum Leben.
Die Geschichte von Joachim Deckarm ist mehr als nur ein Sportunfall. Sie ist eine Geschichte über Widerstandsfähigkeit, Freundschaft und die Kraft des menschlichen Geistes.
Sein Vermächtnis lebt weiter – nicht nur durch die Erinnerung an seine sportlichen Erfolge, sondern vor allem durch die Art und Weise, wie er mit seinem Schicksal umging.
Die Welt des Sports hat einen Helden verloren, dessen Geschichte uns auch heute noch berührt.
